Cetera
Der konzeptionelle Leitgedanke bei der Entwicklung von cetera war, abweichend vom eindimensional repräsentativ angelegten Einzelmöbel, eine variierbare Konferenz-Tisch-Grammatik zu schaffen.
Die Voraussetzung dafür ist ein intelligentes Baukasten-System, das
sich den unterschiedlichsten Nutzungsbedingungen mit geringem
technischem Aufwand sinnvoll anpassen lässt. Mobilität für die bewegte
Konferenz kann durch das Verdrehen der Tischbeine, die ja nach
Beanspruchung ein oder zwei Tischplatten tragen, erreicht werden.
Zur Nutzungs-Idee kommt der ästhetische Anspruch: über die technische
Lösung hinaus sollte das Programm sinnliche Qualitäten tragen. So
wurden
die Holzkanten der Tischplatten im weiten Zug bogenförmig
aufgebaut – ausgehend von den kraftvoller ausgeformten Ecken zur Mitte
hin sich schlank verjüngend. Das Ergebnis dieser formalen Finesse: die
Platten erhalten trotz ihrer statischen Stabilität einen elegant
leichten, fast schon schwebenden Charakter, der sich übrigens nicht nur
mit dem Blick, sondern auch via Fingerspitzen reizvoll ertasten lässt.
Zudem bietet die breite Palette hochwertiger Materialien interessante
Möglichkeiten der individuellen Kombination aus hellen oder warmtönigen
Hölzern, formbezogener Furnierbilder, technischer Töne bei den Beinen
oder einem abgestimmten Farbspektrum der Plattenbeläge. Kontrast oder
Harmonie –
ganz nach Anwendungsbereich und persönlicher Vorstellung.
Christian Lepper, geboren 1958, Roland Schmidt, geboren 1961 und Uwe
Sommerlade, geboren 1961, gehören zu den profilierten Newcomern des
technisch orientierten Möbeldesigns. Sie beweisen mit ihren
raffinierten Produktentwicklungen immer wieder eine spezielle Affinität
zur ausgereift handwerklichen Qualität. Ihre kreative Kompetenz
stellen
sie bis dato vor allem auf dem Terrain der Entwicklung übergreifend
gedachter Tisch-Systeme unter Beweis, bei denen sie immer einen
entwicklungsfähigen System-Gedanken zugrunde legen – das Prinzip der
Erweiterung, das Potential zum Wandel, zur Veränderung der
Konstellation.
Ganz nach Anwendungsbereich und persönlicher Vorstellung, können die Beine im Kontrast oder in Harmonie zur Tischplatte kombiniert werden. Der Möglichkeit an individuellen Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt.
Konstruktives Kernstück des »Cetera«-Konferenz-Tisch-Progamms ist das
auf Flexibilität angelegte Träger-System: die Tischbeine sind nicht fix
an der Platte montiert, sondern mittels einer überzeugenden
Hebelmechanik einfach abnehm- und umsetzbar.
Fazit: wenige Handgriffe
genügen, zwei Tischbeine werden um 45° verdreht, und ein Einzeltisch
erweitert sich durch Platten-Addition zur raumgreifenden
Tisch-Struktur. So kann je nach Konferenzsituation das Möbel spontan
erweitert, umgruppiert, aufgeteilt werden – und sich so den veränderten
Bedingungen des Nutzungsbedarfs optimal anpassen. Bewegte Statik.

Ob kleine Gesprächsgruppe, nach vorn ausgerichtete Projekt-Situation
oder großzügig angelegtes Diskussions-Forum: die Tisch-Architektur
beweist mit seinem Formen-Repertoire immer situationsgerechte
Individualität. Mit wenigen Handgriffen ist die Umrüstung der
kompletten Tischanlage in den verschiedensten System-Varianten möglich,
je nach Raumsituation und gewünschter Tischformation. So wird der
Nutzer zum Gestalter, die Veränderung zum Prinzip. Die Geometrie der
Tischbeine unterstreicht die optische Leichtigkeit der Tischanlage.
Dort, wo Beine als Paar zusammenstehen, verschmelzen sie zu einem
eindrucksvollen Kreisausschnitt. Individualität inbegriffen. Eckwerte:
die rechtwinklige Ausbildung der Ecksituation mit quadratischer Platte.
… mit harmonisch wirkendem Viertelkreis-Element. … mit geometrisch
betonter Sechseck-Formation. … oder großzügig geschwungenem
Kreissegment.
Mit zwei Hebelumlagen - ohne Werkzeug von der Tischplatte lösbar -
lässt sich das Bein vom Eck- zum Verbindungspunkt zwischen zwei Platten
umfunktionieren.
Kein Einblick: Unter der Tischplatte eingehängte Sichtblenden aus
filigranem Lochblech oder furniertem Holzwerkstoff decken den Beinraum
dezent nach vorne ab. Die Verblendung lässt sich nach dem Prinzip der
Beinverbindung ohne Werkzeug montieren.
Offene Wege: Zur Organisation der Kabelführungen bietet das Programm
maßgeschneiderte Elemente. Für den Kabeldurchlass durch die Tischplatte
öffnet sich – mit dem Finger angetippt – ein Passteil mit Feder- und
Schnapp-Mechanismus. Die Furnierstruktur der Klappe ist präzise aus der
Oberfläche der Tischplatte herausgearbeitet.
